HAIR - Altes Schauspielhaus Stuttgart

K.S.: Für dieses Theater musste ich das Stück auf 14 Darsteller/-innen verkleinern und hatte die Möglichkeit, aus 650 Bewerbungen die richtige Besetzung zusammenzustellen. Mario Mariano choreographierte die vielen Nummern auf den Inhalt bezogen. Die Vorstellungsserie war bis zum letzten Tag so gut wie ausverkauft, und das Stuttgarter Publikum war ergriffen und begeistert.

PRESSE:

"Gespielt wird, heute eine seltene Ausnahme, die deutsche Fassung mit Texten von Nico Rabenald und Walter Brandin, was in Texten wie "Haschisch" oder "Sodomie" durchaus erstaunliche Inhalte zutage fördert. Endlich versteht man die provokanten Zeilen mal bis ins Kleinste... Seiffert zeigt am Anfang ganz kurz einen grauhaarigen Hippie auf dem Soldatenfriedhof von Arlington, der sein Amulett an ein Grabkreuz hängt und sich erinnert, und schon sind wir mittendrin im Leben der damaligen Hippie-Kommune. Obwohl es bis heute genügend Protestbewegungen und haltlose Generationen gibt, lässt sich das Musical im Grunde nicht in die Jetztzeit holen... Parallelen ergeben sich dennoch wie von selbst, wenn der Ku-Klux-Klan droht oder auf Plakaten "Nicht mein Präsident" steht." (musicals)


"Klaus Seiffert’s lively production often feels like a nostalgia trip, complete with a tie-dyed set and psychedelic projections, despite references to both President Barack Obama and President Trump ... the skilled performers ooze innocence, joy and exhilaration."
(The New York Times)


"Eine Wonne für Aug‘ und Ohr stellen Klaus Seiffert und sein Team da auf die Bühne. Alles so schön bunt hier. Man kommt ganz ohne bewusstseinserweiternde Drogen auf den Trip, allein beim Betrachten von Barbara Krotts Bühne und Kostümen.... Die Hippies mit ihrem Traum von Anarchie und freier Liebe wurden belächelt wie später die Ökos, die sich in selbstgestrickten Pullis an Gleise gekettet haben.... Und doch prägen Werte dieser einstigen Außenseiter-Strömungen heute die Gesellschaft. Produktionen wie nun „Hair“ am Alten Schauspielhaus machen das fünfzig Jahre später deutlich. In diesem Sinne: Let the Sunshine in." (BtZ)


"Im Alten Schauspielhaus ... tappt Regisseur Klaus Seiffert nicht in die Falle, das Stück im Retro-Stil als große, bunte Hippie-Party zum Abtanzen zu inszenieren, sondern er stellt die damaligen Inhalte heraus. Die Patchwork-artig zusammengesetzte Revue aus Protestsongs, ironisch-anklagenden Szenen und Handlungsfetzen um eine Kommune junger Leute wird somit fast zum historischen Dokument. ... die vielen, vielen Bilder versetzen direkt in die damalige Zeit, von Popart über Ku Klux Klan bis zu indischer Meditation und unserem blauen Planeten. Heftiger wird es in den LSD-Trips des zweiten Aktes, als Claude von Vietnam halluziniert, da wallt grünes Giftgas, Vietcongs schießen, Soldaten sterben. ... „Let the Sunshine In“ ... ist immer noch eine starke, bittere Anklage, zeugt nach wie vor von der Hoffnung einer ganzen Generation auf einen neuen Aufbruch. Verglichen mit den damaligen Vorurteilen ist die Gesellschaft wesentlich offener und toleranter geworden – trotzdem kommt „Hair“ genau zur richtigen Zeit, hat man doch das Gefühl, dass wir uns gerade wieder mit voller Kraft zurückentwickeln." (Esslinger Zeitung)


"Regisseur Klaus Seiffert lässt „Hair“ in seiner Zeit und verzichtet auf alles, was krampfhaft modernisierend wirkt. Mit einem ebenso einfachen wie effektvollen Kniff gelingt ihm ein wahres Kunststück: Bei der Demonstration gegen den Vietnamkrieg sind Protestschilder von damals bis heute zu sehen... So zieht Seiffert ohne Worte und vor allem ohne herablassende Belehrungen einen roten Faden von den politischen Ereignissen aus der Entstehungszeit des Musicals über die Friedensbewegung der 1980er Jahre und weiter zu aktuellen Themen, regionale Aufreger wie Stuttgart 21 eingeschlossen. ... Eine Glanzleistung zeigt Fin Holzwart als Claude. Er zweifelt, leidet und träumt sich mit Leidenschaft in seinen Bühnencharakter, singt grandios und spielt über die Maßen ausdrucksstark. Beinahe mit Händen greifen kann man in Holzwarts Darstellung Claudes inneren Konflikt, als er den Einberufungsbefehl bekommt....Sein Solo „Wo geh‘ ich hin“ (Originaltitel: „Where Do I Go“) wird zum eindrücklichsten Moment einer Inszenierung, die mit starken Darstellern, kluger Regie und durchdachter Ausstattung überzeugt." (www.musicalspot.de)

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